02.12.2017Alter: 322 Tage

Autor: Andrea Schinzel im Kreis-Anzeiger vom 5.12.2017

Rubrik: Musik
Jahresabschlusskonzert 2017

Musiker der Eintracht Glauberg und ihre Gäste aus Bad Orb beweisen am 2.12.2017 große Vielfalt

Der Dirigent des Blasorchesters der Eintracht Glauberg hatte am Samstagabend viel zu tun. Richard Soberka war beim Jahresabschlusskonzert des Glauberger Turn- und Musikvereins gleich zweimal als Leiter eines Orchesters gefragt. Den ersten Teil des Programms gestaltete das Blasorchester des TV 1868 Bad Orb, das Soberka seit 20 Jahren ebenfalls dirigiert. Seit 2003 steht er zudem vor den Musikern der Eintracht am Dirigentenpult, die nach der Pause ihren Auftritt hatten.

Die Gäste aus Bad Orb starteten rockig in den Abend gefolgt von einem schmissigen Marsch mit dem Titel "Cum Laude Concert". Mit "Call of the Valley" spielte das Orchester aus der Kurstadt ein Stück, "das uns sehr am Herzen liegt", wie es Lara Bangert, die auch als Moderatorin fungierte, formulierte. Geschrieben wurde es von Jakob de Haan. Es soll erinnern an das jährlich in Bad Orb veranstaltete internationale Festival der Blasmusik für die Jugend Europas. Das Glauberger Publikum erlebte das Festival in seiner Fantasie auf dem Molkenberg. Von dort höre man die Klänge aus einiger Entfernung, wenn mehr als 1000 Musiker aus zwölf Nationen die Stadt mit Musik beschallen. Zur Überraschung spielten zwischendurch eine Handvoll Musiker der Eintracht aus dem Hintergrund, sodass die Szenerie praktisch nachgespielt wurde und den "Ruf aus dem Tal" nachahmte. Mit einem Medley aus den Titeln "Sonne in der Nacht", "Über sieben Brücken" und "Eiszeit" huldigten die Bad Orber Peter Maffay. Anschließend kam das Publikum in den Genuss einer Premiere bei "Magie of the Movies" und hörte Filmmusik aus dem "Rosaroten Panther", .Butch Cassidy & The Sundance Kid", "Dr. Schiwago" und "James Bond". Dass Lieder von Reinhard Fendrich auch von einem Blasorchester interpretiert werden können, bewiesen die Bad Orber danach, bevor sie mit einer "Kuschelpolka" von Peter Schad ihr Publikum zum Mitklatschen anregten. Ein Ausflug in die Popmusik mit frech gespielten Hits von Michael Jackson folgte. Als Zugabe spielten sie vor der Pause einen italienischen Marsch mit dem Titel "The King".

Die Glauberger Musiker eröffneten den zweiten Teil des Konzertes mit einem Stück aus der gehobenen Marschliteratur, wie es Werner Christiansen vom Eintracht-Vorstand angekündigt hatte, der durch nun den Abend führte. Komponiert war der Marsch von Claudio Grafulla, der schon für den amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln Stücke schrieb. Von den USA aus nahm das Orchester seine Zuhörer mit nach Europa zum ungekrönten Walzerkönig Andre Rieu, in Musikerkreisen gerne als "Grinsegeiger" bezeichnet. Ob "Bahn frei", "Im Krapfenwald", der "Second Waltz" oder "Adieu mein kleiner Gardeoffizier" - die Eintracht-Musiker bewiesen mit ihren Interpretationen, dass Walzer auch als konzertante Blasmusik geht. Ans Herz ging der Auftritt von Klarinettistin Stephanie Lachmann, die "GabrielIas Song" aus dem Film "Wie im Himmel" in der Originalversion auf Schwedisch singend zum Besten gab. Danach führte die Reise weiter in die unendlichen Weiten des Weltraums. "Star Wars Epic-Part II" von John Williams stand auf dem Programm, und die Musiker interpretierten den Kampf Gut gegen Böse. Gefühlt ein Weihnachtslied ist "Fairytale of New York" von der Gruppe Pogues und arrangiert von Sean O'Laughlin, doch eigentlich erzählt das Lied die Geschichte eines Paares, das durch Drogen- und Alkoholkonsum sein Leben zerstört. Eine Hommage an Satchmo Louis Armstrong bildete den eigentlichen Abschluss eines kurzweiligen Konzerts, das die abwechslungsreichen musikalischen Seiten beider Orchester bewies.

Nachdem die Glauberger von der wundervollen Welt gespielt und an "Hello Dolly" erinnert hatten und auch die Heiligen aufmarschieren ließen, erklatschte sich das Publikum die erste Zugabe und wurde mit swingenden amerikanischen Weihnachtsliedern belohnt.
Zum krönenden Abschluss gesellten sich die Orber Musiker zu ihren Kollegen aus Glauberg auf die Bühne, gemeinsam intonierten beide Orchester eine böhmischen Polka.

Julian Zinn, Abteilungsleiter Musik bei der Eintracht, bedankte sich zum Schluss bei allen Mitwirkenden, den Moderatoren und Solistin Stephanie Lachmann für einen gelungenen Abend.