28.11.2015Alter: 4 Jahre

Autor: Andrea Schinzel im Keis-Anzeiger vom 2.12.2015

Rubrik: Musik
Jahresabschlusskonzert 2015

Harmonischer Chorgesang und anspruchsvolle Blasmusik

Harmonischer Chorgesang und anspruchsvolle konzertante Blasmusik bestimmten das Jahresabschlusskonzert der Eintracht Glauberg. Als Gäste hatte das Orchester dieses Mal den Heart-Chor des Gesangvereins Kefenrod zu Gast.

Der gemischte Chor unter Leitung von Michael Habermann stimmte die Zuhörer mit einer Liedauswahl auf die Adventszeit ein. Mit „That what friends are for" beschworen sie die Freundschaft. „Das Lied entwickelt sich zu unserer Hymne", sagte Dirigent Habermann, der auch als Moderator des ersten Teils in launiger Manier durchs Programm führte. „Wie im Himmel" fühlten sich die Zuhörer bei Gabriellas Lied mit Sonja Gerhardt als Solistin. Bei der „Ewigen Liebe" bestach Niki Ganz mit ihrem Sologesang. Dem „Hungrigen Herz" folgte Mariah Careys „Holy night" bevor mit dem Stück „Kein Raum für dich" durchaus Parallelen zum Flüchtlingsdrama gezogen werden konnten, wie Habermann betonte. Bei „All is well - Alles ist gut" sang sich Katja Burster in die Herzen des Publikums, die auch in den vorangegangenen Stücken mit ihrem hellen Sopran Akzente gesetzt hatte. Endgültig weihnachtlich wurde der Auftritt mit „This time of the year" und „White Christmas". Zum Repertoire des Chores gehört auch Rentier Rudolf mit roter Nase. Und um den Weihnachtsbaum rockten sie auch noch. Mit Leonhard Cohens „Hallelujah" sorgte Solistin Niki Ganz beim Publikum für Gänsehaut.

Das Blasorchester der Eintracht unter Leitung von Richard Soberka startete nach der Pause furios mit dem „Laridah Marsch", der gerne auch im Kölner Karneval als Einzugsmarsch Verwendung finde, informierte Orchestermitglied Georg Leboterf, der durch den zweiten Teil des Konzerts führte. Nachts sei Venedig am schönsten, behauptete er anschließend und leitete über zum nächsten Stück, der Ouvertüre zur komischen Operette „Eine Nacht in Venedig" von Richard Strauss. Mit dem „Blauen Planet" von Kurt Gäble servierten die Musiker ihren Zuhörern schwere Kost. Auch wenn sie Gäbles gesellschaftskritisches Werk durchaus beeindruckend interpretierten, war der Musik deutlich anzuhören, dass der Komponist es in einer „emotional sehr aufgewühlten Phase" schrieb, wie Leboterf angekündigt hatte. Aufgeteilt in drei Teile - Schöpfung, Fortschritt und Neu Life - geht Gäble musikalisch auf die Gefährdung und Zerstörung der Natur, das Streben nach Fortschritt und Wohlstand und das Ungleichgewicht, das die Natur in Gefahr bringt ein. Gefälliger hingegen dann der Auftritt der Saxofonisten Lisa Klöppel, Sina Valentin, Coralie Duda, Julian Zinn, Thorsten Nickel und Klaus Oehlbrecht mit dem „Root Beer Rag". Das fetzige Stück über das Wurzelbier, einem alkoholfreien Mixgetränk ähnlich dem Malzbier, stammt aus der Feder von Billy Joel, erläuterte Leboterf dem Publikum. Mit dem „Amerikaner in Paris" hatte sich das Orchester einen Klassiker George Gershwins ausgesucht und entführte seine Zuhörer in das lebhafte Treiben der französischen Hauptstadt. Es folgte der Filmtitel „633 Squadron". In dem Film gehe es um das von den Deutschen besetzte Norwegen im Zweiten Weltkrieg und speziell um den Kampf von Widerstandskämpfern gegen die Deutschen, wobei ein Treibstofflager zerstört werden soll.
Schließlich endete das Konzert sehr versöhnlich mit den Zugaben, einem Medley amerikanischer Weihnachtslieder und dem melodischen „Song for you".

Die beiden Abteilungsleiter Musik, Sina Valentin und Julian Zinn, bedankten sich am Ende bei den Dirigenten Soberka und Habermann, bei den Helfern, die in der Pause die Bewirtung übernommen hatten, und den Sponsoren, die unter anderem für die weihnachtliche Dekoration gesorgt hatten.