29.11.2014Alter: 5 Jahre

Autor: Andrea Schinzel im Kreis-Anzeiger vom 2.12.14

Rubrik: Musik
Abschlusskonzert 2014

Eintracht Glauberg und Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Büdingen begeistern Publikum

Von Märschen über Filmmusik bis hin zur Oper reichte die Bandbreite der Musiker beim Jahresabschlusskonzert der Eintracht Glauberg. Zu Gast war in diesem Jahr der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Büdingen, der unter Leitung von Ralf Geiß furios mit der „Hunting Celebration" den Abend eröffnete. Nach einer kurzen Begrüßung durch Julian Zinn, zweiter Abteilungsleiter Musik bei der Eintracht, übernahmen zunächst Helga Schenk und Holger Kuhl vom Musikzug die Moderation. „Seit über 100 Jahren gibt es die Eintracht und seit 64 Jahren den Musikzug. Es hat aber bis zum heutigen Abend gedauert, bis wir den weiten Weg nun doch endlich einmal geschafft haben, um den Abend gemeinsam zu gestalten. Es ist ja auch ein verdammt weiter Weg von Büdingen nach Glauberg", stellten sie augenzwinkernd fest. Immerhin hätten einige Musiker aus den Reihen bereits bei Engpässen der Büdinger ausgeholfen.
Nach dieser launigen Einleitung folgte das Stück „New Village" des niederländischen Komponisten Kees Vlak, der mit seiner Musik das Leben eines Dorfes beschreibt, das unter den Horden räuberischer Stämme litt, von seinen Bewohnern immer wieder aufgebaut wurde und auch Feste und Jahrmärkte feierte. Ein Werk voll andalusischer Lebensfreude stand mit „Alcazar" auf dem Programm, ebenfalls von Vlak, der sich dazu während eines Besuchs in Sevilla inspirieren ließ und das Stück unter dem Pseudonym Liano verfasste.
Mit bekannten Melodien aus dem mit fünf Oscars preisgekrönten Fantasyfilm „Mary Poppins" ließen die Büdinger Musiker ihr Publikum an den Erlebnissen des geheimnisvollen Kindermädchens teilhaben. Nach der scheinbar spielerischen Leichtigkeit ging in der weihnachtlich geschmückten Turnhalle in Glauberg musikalisch die Sonne auf. So lautete der Titel des Stücks von Rudi Fischer, mit dem der Musikzug sich verabschiedete. Der Konzertmarsch, laut Helga Schenk „mit einem Schwierigkeitsgrad der Oberstufe", verlangte dem Orchester in allen Registern noch einmal alles ab.

Das Blasorchester der Eintracht Glauberg mit Dirigent Richard Soberka nahm sein Publikum mit dem Triumphmarsch aus Verdis „Aida" mit nach Ägypten, bevor die Musiker einen Ausflug in die Märchenwelt der Gebrüder Grimm machten und die Ouvertüre zu Humperdincks Oper „Hensel und Gretel" spielten. Moderator Georg Leboterf kündigte als nächstes Stück eine festliche Komposition aus der valencianischen Kultur an. „Consuelo Ciscar" sei ein typischer Pasodoble, der die Darstellung eines Stierkampfes zum Inhalt habe. Ein Stück voller Lebensfreude und Leidenschaft gepaart mit Besonnenheit und Vernunft, Hektik und Betriebsamkeit war anschließend die „Zeitenwende" von Kurt Gäble, einem zeitgenössischen Komponisten.
Danach hieß es „Blues Brothers in Concert", und der Kultfilm tauchte vor dem geistigen Auge der Besucher wieder auf. Eine Hommage an den berühmtem amerikanischen Komponisten Henry Mancini gelang danach mit Stücken wie „Moonriver" aus „Frühstück für Tiffany" und dem „Baby Elefant Walk" aus dem Film „Hatari". Mit dem Capitol Square Marsch, geschrieben von Warren Barker für das Richmond Blasorchester, war der offizielle Teil des Konzerts beendet.

Begeisterter Applaus und teilweise stehende Ovationen würdigten die großartige Leistung der Musiker, die ihrem Publikum während der zweieinhalb Stunden einen musikalischen Hochgenuss bescherten. Als Dank setzten beide Orchester gemeinsam noch einen drauf. Zunächst entführten sie die Besucher in die Schweizer Alpen und unternahmen musikalisch eine grandiose Schlittenfahrt, die wohl in einer Bruchlandung endete. Nach dem fantasievollen Erlebnis im Schnee wurde es weihnachtlich, und begleitet von beiden Blasorchestern sang das Publikum „O du fröhliche". Julian Zinn bedankte sich abschließend bei den Musikern, den Dirigenten und vor allem bei den vielen Helfern aus dem Verein vor und hinter den Kulissen für die tatkräftige Unterstützung.