01.12.2018Alter: 293 Tage

Autor: Andrea Schinzel im Kreis-Anzeiger vom 4.12.18

Rubrik: Musik
Jahresabschlusskonzert 2018

Orchester der Eintracht Glauberg und die Freunde auch Eichen-Erbstadt präsentieren sich am 1.12.18 in Bestform

Mit einem fulminanten Auftakt begann das Jahresabschlusskonzert der Eintracht Glauberg. Mit besinnlichen Klängen fand es seinen Abschluss. Ein begeistertes Publikum feierte schließlich die Musiker mit stehenden Ovationen. Das hatten sich die Orchestermitglieder samt ihren Dirigenten auch verdient.

Die Glauberger hatten in diesem Jahr zu ihrem Traditions-Konzert die Freunde aus Eichen-Erbstadt zu Gast. Das sinfonische Blasorchester des Posaunenchors unter Leitung von Florian Neumann eröffnete das Konzert in der Glauberger Turnhalle mit dem „Olympic spirit". Neumann trieb seine Musiker gestenreich an und entsprechend mächtig kam das von John Williams komponierte Stück, der 107 Filmtitel komponiert hat, bei den Zuhörern an. Der Wechsel zur sinfonischen Musik gelang mit „Ross Roy", einem Arrangement von Jacob de Haan. Musikalisch wurde hier der Alltag in einer Highschool präsentiert, geprägt von Disziplin und Spaß. „Aber wir können auch leise", leitete Neumann über zum nächsten Stück. Mit „Mountain Wind", einem feinen Konzertwerk von Martin Scharnagl, unternahmen die Eichener einen Ausflug in die Bergwelt mit ihrer berührenden Atmosphäre. Der Wechsel in die Klassik mit Bachs Toccata und Fuge in d-Moll war gewagt, gelang aber. Er habe den Dom in Passau besucht und dort die Toccata, gespielt auf einer der größten Orgeln Europas, gehört, berichtete Neumann über sein Ansinnen, dieses Werk auch mit seinen Musikern zu interpretieren. Eine weitere Schwärmerei, nämlich die für Mary Poppins, setzte er ebenfalls um, und das Orchester brachte ein Medley beliebter Melodien aus dem Film zu Gehör. Als Zugabe spielten sie die Popballade „One Moment in Time" von Whitney Houston. Der Tradition gehorchend - man sei ja auch der Posaunenchor der Kirchengemeinde, wie Neumann erklärte - verabschiedeten sich die Musiker mit dem geistlichen Lied „Ich bete an die Macht der Liebe".

Der zweite Teil des Konzertabends gehörte den Gastgebern, und das Blasorchester der Eintracht, dirigiert von Richard Soberka, startete in Hochstimmung mit „Euphoria", arrangiert von Scharnagl. Luftig und leicht kam die „Alvamar Overtüre" daher. Die komponierte James Barnes für eine Band der Wichita Public Schools in Kansas und sei ein Stück für ein Oberstufenorchester, erläuterte Georg Leboterf, der durch das Programm führt. Die Leistung der Glauberger sollte dies keinesfalls schmälern. Die bewiesen ihr musikalisches Gespür auch nach dem Wechsel in die Klassik. Mit den schönsten Werken von Giuseppe Verdi aus den Opern „Aida", „La Traviata", „Rigoletto" und „Nabucco" machten sie deutlich, dass auch ein Blasorchester ohne Saiteninstrumente in der Opernwelt zu Hause sein kann. Begeisternd interpretieren sie auch swingende und jazzige Rhythmen mit Stücken des verstorbenen Roger Cicero, der diesen Musikstil sogar beim Eurovision Songcontest auf die Bühne gebracht hatte. Ihre Vielseitigkeit bei ebenso großer Qualität unterstrichen die Glauberger Musiker mit ihrer Auswahl an Filmmusik. Von Rocky über Pink Panther und Dr. Schiwago bis hin zu James Bond erinnerten sie an Klassiker der Kinoleinwand. Noch einmal rissen sie das Publikum mit. Die „Berliner Luft" von Paul Lincke, als inoffizielle Hymne Berlins gehandelt, lud zum Mitsingen und -klatschen ein. Mit Michael Jacksons „Heal the world" - im Hintergrund der Halle wurden die Handys wie früher Feuerzeuge gezückt - und dem spanischen Weihnachtsklassiker „Feliz Navidad" setzten die Glauberger einen stimmungsvollen Schlusspunkt.

Julian Zinn, Abteilungsleiter Musik der Eintracht Glauberg, dankte allen Beteiligten und Helfern - die Freiwillige Feuerwehr Glauberg sorgte für die Bewirtung - für einen gelungen Abend. Das Konzert nutzte er gleichzeitig, um fleißige Musiker zu ehren, die Lehrgänge besuchten und erfolgreich abgeschlossen haben. Die D-2-Prüfung und damit das Abzeichen in Silber erhielten Antonia Barth, Janine Schmidt, Jan Niklas Weiser sowie Michael Linn. Die D-1-Prüfung absolvierte Tatjana Schreiber und erhielt die bronzene Nadel. Bei Heike Barth bedankte sich Zinn, die ihre Musikerkollegen auf die Prüfungen vorbereitete.