21.04.2019Alter: 153 Tage

Autor: Kreis-Anzeiger vom 23.4.2019

Rubrik: Musik
Osterkonzert 2019

Der Zauber der Musik

Von der Klassik bis zur Moderne, mit Melodien von und für Jung und Alt hat die Musikabteilung der Eintracht Glauberg vor voller Turnhalle ihr Osterkonzert am 21.4.2019 dargeboten und ihr Publikum begeistert.

Den Auftakt machten die Jüngsten, die ihre Stücke selbst ansagten, unterstützt vom Abteilungsleiter der Sparte Musik Julian Zinn. Das Vororchester absolvierte unter Dirigentin Vanessa Lang mit sanften, präzisen Klängen zunächst den „Voyageur March" von Frank Halferty, die jugendgerecht-fröhliche Musik aus „Pippi Langstrumpf" in einem Arrangement von Jacob de Haan und die festliche „Ode an Europa", die sowohl das Eurovisions-Motiv von Marc-Antoine Charpentier als auch Schillers „Ode an die Freude", vertont in Beethovens 9. Sinfonie, umfasste.

Premiere feierte die jüngste Blockflötengruppe unter Anke Grasmück mit „Ist ein Wolf in den Brunnen gefallen" und einem zarten Frühlingslied, gefolgt von den bereits etwas erfahreneren jungen Kollegen, die behutsam ebenfalls die „Ode an die Freude" und den amerikanischen Folksong „500 Miles" intonierten. Alle Gruppen brachten gemeinsam unter Sina Valentin, begleitet von einigen Stammorchester-Musikern, den „Recorder Rap" als „Eintrachrt-Rap" und Lob auf die Musik zu Gehör. Deutlich wurde nicht nur die Freude am gemeinsamen Hobby, sondern ebenso die beeindruckende Disziplin, Konzentration und respektvolles Aufeinander-Hören, auch bei den Allerkleinsten - Ausweis einer effektiven und gelungenen Jugendarbeit des Vereins und seiner Ausbilder.

So nahmen mehrere Jugendliche aus der Hand von Julian Zinn Urkunde und Ehrennadel zum Erwerb der „Kleinen Stimmgabel" entgegen. Die Qualifikation des Hessischen Musikverbandes hatten sie nach gründlicher Vorbereitung durch Heike Barth erfolgreich absolviert.

Das Projektorchester präsentierte einen anspruchsvollen Querschnitt aus Filmmelodien, beginnend mit der „John Williams Trilogy" von John Moss und einer Kombination aus „Indiana Jones", „Jurassic Park" und „Schindlers Liste", gefolgt von bezaubernden Impressionen aus „How To Train Your Dragon" und dem weltberühmten Song „The Rose" aus dem gleichnamigen Film über das Leben von Janis Joplin (1979). Den fulminanten Abschluss vor der Pause bildete das gospelorientierte „Just A Closer Walk With Thee" - dargeboten von fünf Solisten, die zunächst quasi als Walking Act bei einem Beerdigungszug agierten, um dann in einen umwerfend lebendigen New-Orleans-Dixie umzuschwenken.

Nach der Pause gehörte die Bühne dem Stammorchester unter der Leitung von Richard Soberka, das den bereits von den jungen Musikern vorgetragenen Gedanken europa- und weltweiten Friedens eindrucksvoll aufgriff. Begleitet durch informative Erläuterungen von Georg Leboterf erklang zunächst der festliche „Guardians of Peace March" von James L. Horsay, gewidmet den US-amerikanischen „Friedenswächtern". Eine geradezu magische Kurzversion der „Ouvertüre 1812" von Pjotr Iljitsch Tschaikowski ließ in komprimierter Bildsprache die Schlacht zwischen Frankreich und dem alten Zaren-Russland auferstehen, kombinierte die Nationalhymnen mit Kampfgetümmel und schlussendlichen Glockenklängen. In „Rays of Hope - Lichtblicke" entwickelt der zeitgenössische Komponist Kurt Gable ein ebenfall bildgewaltiges emotionales Hauptthema, das durch viele Tonarten und Register hindurch wechselt, um schließlich einen dramatischen Kontrast zu überstehen und am Ende wieder zu dominieren. „You Raise Me Up", ein Welthit des norwegischen Komponisten und Keyboarders Rolf Lovland, setzte der Wirkung von Liebe und Zusammenhalt ein stimmungsvolles Denkmal, bevor das Orchester mit seiner „80er Jahre KultTour" dem Konzert die Krone aufsetzte. Swingen und Mitsingen im Orchester wie im ganzen Saal - drei Zugaben, inklusive dem River-Quai-Marsch und einem intensiven „Perfect" von Ed Sheeran, unterstrichen noch einmal die Vielseitigkeit eines bemerkenswert besetzten Laienorchesters, das seinem sympathisch bodenständigen Dirigenten Richard Soberka durch viele musikalische Epochen, in den vollen Bläsersound, ebenso aber auch in ein sinfonisches Piano folgt und den Zauber der Musik definitiv beherrscht.